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Schizophrenie

DEFINITIONSchizophrenie ist eine relativ häufig auftretende psychische Erkrankung. Sie ist zu einem Grossteil verantwortlich für das Bild des beängstigenden Irren. Sie ist wohl die am stärksten stigmatisierte Patientengruppe. Umgangssprachliche Begriffe wie «schizophren» oder «Seelenspaltung» treffen das Wesen der Erkrankung nur ungenau. Unter Schizophrenie wird eine uneinheitliche Gruppe von psychotischen Störungen zusammengefasst. Sie beinhaltet die Einbusse der Realitätswahrnehmung sowie Veränderungen von Denken, Fühlen und Handeln, welche nicht mehr als Einheit erfahren werden. Merkmale wie: Wahnvorstellungen, Halluzinationen (z.B. Stimmen hören) oder eigenartige Verhaltensweisen machen es zusätzlich schwierig, sich in das Störungsbild einzufühlen.

HÄUFIGKEITIm Gegensatz zur Depression gibt es bei der Schizophrenie weltweit kaum Häufigkeitsunterschiede. Auch sind Frauen und Männer gleichermassen betroffen. Der Krankheitsbeginn liegt in der Regel zwischen der Pubertät und dem dreissigsten Lebensjahr. Die paranoide Schizophrenie, bei welcher Wahnphänomene vorherrschen, ist die am häufigsten auftretende. Der Konsum von Suchtmitteln und die Depression treten häufig in Kombination mit Schizophrenie auf.

URSACHENGenaue Ursachen sind bis heute unbekannt. Das familiär gehäufte Vorkommen schliesst auf genetische Faktoren. Erkenntnisse der neueren Schizophrenieforschung schliessen auf eine Kombination von biologischen, seelischen sowie psychosozialen Faktoren, welche die Entstehung als auch den Verlauf der Krankheit beeinflussen. Fest steht, dass schizophren erkrankte Menschen eine niedrige Reizschwelle für alle Arten von Irritation haben oder anders eine hohe Vulnerabilität aufweisen. Diese Erkenntnis ist wichtig für die therapeutische Arbeit.

SYMPTOMEDer Krankheitsverlauf beginnt schleichend, begleitet von unspezifischen Vorzeichen. Aus diesem Grund ist die Frühdiagnostik von grosser Bedeutung. Viele Patienten zeigen Veränderungen im Denken. Es resultieren eine für die Umgebung unlogische Willensbildung und Entscheidungsfindung. Das Auftreten von Wahnvorstellungen (z.B. Verfolgungswahn) und Halluzinationen (z.B. Stimmen hören) sind im Krankheitsverlauf häufig. Auch Veränderungen im Bereich der Affekte und der Motorik begleiten die Schizophrenie. Ambivalenz, autistischer Kontaktverlust und Störungen der Erlebnisverarbeitung belasten massiv den Beziehungs- und Arbeitsbereich.

THERAPIEBei schizophren erkrankten Menschen sind es oftmals Angehörige, Freunde und Bekannte, welche auf psychische Veränderungen aufmerksam werden und eine seelische Erkrankung vermuten. Schizophren erkrankte Menschen zeigen keine oder nur geringe Krankheitseinsicht, was den therapeutischen Umgang sehr anspruchsvoll macht. Eine ambulante Betreuung durch Haus- und Fachärzte ist möglich. Bei einem schwereren Verlauf, bei Selbstgefährdung oder übergrosser Belastung der Angehörigen, kann ein Klinikaufenthalt, manchmal auch gegen den Willen der Betroffenen, unumgänglich sein. Wichtig in der Therapie ist das Einsetzen von Neuroleptika, gestützt von vielfältigen psychotherapeutischen und sozialtherapeutischen Massnahmen. Nach dem Austritt sind oft auch rehabilitative Massnahmen (Tagesklink, geschützte Arbeitsplätze) notwendig. Nahestehende Personen spielen im Krankheitsverlauf eine zentrale Rolle. Sie müssen in den therapeutischen Prozess mit einbezogen, informiert und unterstützt werden. Wertvolle Hilfe leisten hier Selbsthilfeorganisationen.

VERLAUFFür eine günstige Prognose sind eine frühzeitige Diagnose und eine zielgerichtete therapeutische Intervention unter miteinbezug der betreuenden Angehörigen von Bedeutung. Etwa die Hälfte der Erkrankungen nehmen trotz moderner therapeutischer und rehabilitativer Massnahmen einen wellenförmigen oder chronischen Verlauf. Um diesen Menschen eine gute Lebensqualität zu ermöglichen, benötigen sie regelmässige Behandlung und Betreuung. Eine Entstigmatisierung der Schizophrenie in der Bevölkerung wäre hilfreich, um die Akzeptanz der Erkrankung zu erhöhen und entsprechende Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen.